Windmühle und Heimatverein

HOME
Über mich
Neuer Wohnort
(Ruppendorf
)
Bisheriger Wohnort
(Reichstädt
)
Reichstädter
Heimatverein
Links
Gästebuch
day4day Internetservice Harald Weber
Die Reichstädter Windmühle und der Heimatverein "Reichstädter Windmühle e. V."

Dem interessierten Leser sei mitgeteilt, daß eine umfassende Beschreibung der Geschichte und Geschichten um die Reichstädter Windmühle in dem anläßlich des 4. Deutschen Mühlentages am 19. Mai 1997 (Pfingstmontag) erschienenen Büchlein "DIE WINDMÜHLE ZU REICHSTÄDT - Ein Kleinod des Osterzgebirges" erfolgte. Unveränderte Neuauflagen erschienen zum 5. Deutschen Mühlentag am 01. Juni 1998 und zum 6. Deutschen Mühlentag am 24. Mai 1999. Dank der Unterstützung durch Prof. Hans Nadler vom Landesamt für Denkmalpflege in Dresden und durch Mitglieder des Heimatvereins Reichstädter Windmühle e. V. konnte ich mit dieser Schrift gewissermaßen meinen "Einstand" als Neu-Reichstädter erbringen. Interessenten können dieses Büchlein unter der am Ende dieses Beitrages angegebenen Adresse bestellen.

Die am oberen Ende unseres etwa 7 km langen Dorfes liegende kleine Holländer-Windmühle (die als die kleinste und mit 589 m höchstgelegene Windmühle zumindest des Erzgebirges gilt) wurde um das Jahr 1850 von dem Bauern ZÖNNCHEN gebaut, sicher vorwiegend für dessen Eigenbedarf. Sie war bis zum Jahre 1885 in Betrieb. Für die Stillegung wird häufig genannt, daß die Pferde vorbeifahrender Bauern scheuten. Glaubhafter dürfte jedoch die Erklärung sein, daß sie nicht mehr benötigt wurde, weil zwischenzeitlich Herr von SCHÖNBERG das Gut erworben hatte („Fohlengut"). Mit der Entfernung der Flügel begann der unaufhaltsame Verfall der Mühle. Erst in den Jahren 1959/1960 wurde sie durch den Kulturbund und das Institut für Denkmalpflege Dresden als Schauanlage originalgetreu wieder hergestellt. Den Anstoß dafür gab Kurt KLAUS, langjähriger Vorsitzender der Natur- und Heimatfreunde des Kreises Dippoldiswalde.

Mein Freund PAUL KÜHNE (das 1. Ehrenmitglied des Heimatvereins „Reichstädter Windmühle e. V.") schreibt über diese Epoche weiter: „Mit der Unterstützung des Institutes für Denkmalpflege Dresden ließ der Kulturbund von einem Handwerksbetrieb aus Mühlberg an der Elbe die Holländerwindmühle neu aufbauen. Sie erhielt ein schindelgedecktes Kegeldach, das durch ein außen angebrachtes Krühwerk - einen abgestürzten Sterz mit Schnecke und Kurbel - mittels einem Seil samt Flügeln im Wind gedreht wird. Über ein hölzernes Kammrad und das Stockgetriebe auf der Königswelle sollte ein Schrotgang als Schauanlage angetrieben werden. So wurde die Reichstädter Holländerwindmühle als Denkmal der Produktionsgeschichte unter Denkmalschutz gestellt".

In weniger als zwanzig Jahren verfiel die Windmühle wiederum. Das Krühwerk zerbrach, die Mühle konnte nicht mehr gedreht und betrieben werden. Durch die Initiative von Horst BELLMANN (dem Reichstädter Bürgermeister) und einiger Freunde der Windmühle konnte 1981 mit der Erneuerung der Flügel und des Krühwerks begonnen werden. Mit bewundernswerter Exaktheit wurden von den kümmerlichen verbliebenen Resten der 1978 abgenommenen Flügel und mit Hilfe eines Fotos Maße und Winkel der Flügelstellung errechnet. Mahlsteine und Triebwerk hatten jedoch ebenfalls gelitten, und erst nach mühevoller Kleinarbeit gelang es schließlich, die Mühle in Gang zu bringen. Eng verbunden mit dem Wiederaufbau sind auch die Namen der beiden Brüder Günter und Karl-Heinz RENNHACK.

Nachdem dies vollzogen war, wurde am Sonntag, dem 11. September 1983, erstmals ein Windmühlenfest gefeiert. Es war ein Höhepunkt im Leben des Dorfes. Besonders hervorgehoben werden soll an dieser Stelle, daß sich die Freunde, die mehr als ein Jahr in ihrer Freizeit unermüdlich und vorbildlich gearbeitet haben, in der „Interessengemeinschaft Reichstädter Windmühle" im Rahmen der Gesellschaft für Denkmalpflege im Kulturbund der DDR dazu verpflichtet haben, die Betreuung und Instandhaltung der Windmühle und anderer Denkmale der Gemeinde zu übernehmen. Aus dieser „Interessengemeinschaft" ist der „Heimatverein Reichstädter Windmühle e. V." hervorgegangen.


Blick auf das "Wahrzeichen" von Reichstädt (Foto: Peter Kloth, 1993)

Am 06. Dezember 1994 fand im Gasthof „Zu den grünen Linden" in Reichstädt die letzte Versammlung der „Interessengemeinschaft Reichstädter Windmühle" statt. Versammlungsleiter war seinerzeit Jürgen RENNHACK. Von den damals 14 Mitgliedern der Interessengemeinschaft waren 11 Mitglieder anwesend. Im Tagesordnungspunkt 3 wurde nach ausführlicher Diskussion in offener Wahl der Beschluß zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins gefaßt. Die 1. Vorstandssitzung fand am 23. Januar 1995 statt. In dieser wurden für die Dauer von zwei Jahren einstimmig gewählt: Axel BELLMANN (als 1. Vorsitzender), Jürgen RENNHACK (als 2. Vorsitzender) und Jürgen FELIX (als Kassierer)

Folgende Hauptziele des Heimatvereins wurden formuliert:
- Förderung der Denkmalpflege
- Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde
- Förderung des traditionellen Brauchtums
- Förderung von kulturellen Veranstaltungen
- Förderung des Natur- und Umweltschutzes sowie
- Förderung der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Heimatverbundenheit und Traditionspflege

Der offizielle Eintrag des Vereins „Heimatverein Reichstädter Windmühle e.V." mit Sitz in Reichstädt in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Dippoldiswalde erfolgte am 03. Mai 1995 unter der VR-Nr. 685.

In der relativ kurzen Geschichte seines Bestehens kann der Heimatverein bereits auf beachtliche Erfolge verweisen. So hat er sich den Initiativen der „Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung" angeschlossen und sich in diesem Zusammenhang erstmals am 2. bundesweiten Mühlentag am 05. Juni 1995 beteiligt. Seit 1995 wird jährlich am 2. Pfingstfeiertag auch an der Reichstädter Windmühle der Mühlentag begangen. Über die Arbeit des Heimatvereins wird umfassend in den "Reichstädter Nachrichten" berichtet.

Die gute Arbeit, die der Heimatverein unter dem bewährten Vorsitz von Axel BELLMANN durchgeführt hat, spiegelte sich auch in dessen ständiger Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden wider.

Der bedeutsamste Termin ist zweifellos die jährliche Teilnahme am

Deutschen Mühlentag (jeweils am Pfingstmontag).

Zum Standardprogramm gehören u. a. Führungen durch die Holländerwindmühle, Vorstellungen alter Handwerkstechniken, der Verkauf von frischem Mühlenbrot, von Butterschäfchen und hausgebackenen Kuchen, Platzkonzerte und die Übergabe der persönlichen Schärpe an Reichstädter Schützenkönige der letzten Jahre.

Auch Führungen in der ehemaligen Trumplermühle, Hauptstraße 92, werden seit kurzem durch die Mitglieder des Heimatvereins und jetzigen Besitzer Heike und Jan Bellmann angeboten. Eine Imbißversorgung ist ganztägig im großen Vereinszelt gewährleistet.

Der Besucheransturm war - trotz des oft nicht ganz freundlichen Wetters - immer beachtlich gut. Und alle Besucher kamen voll auf ihre Kosten. Der Verkaufs- und Demonstrationsstand von Sonja und Walter Richter ist dabei immer ein besonderer Anziehungspunkt.


Unsere beiden stets Unermüdlichen, Sonja und Walter Richter, haben immer guten Umsatz beim Verkauf von Mühlenbrot und Butterschäfchen

Erfreulich gut ist am Pfingstmontag auch die Teilnahme am Gottesdienst im Freien auf der "Kahlen Höhe", ganz in der Nähe der Windmühle am oberen Ortsausgang. Etwa 350 Besucher aus Nah und Fern finden sich an jedem Pfingstmontag hier ein.

Besuchen Sie uns doch bitte; ein Kennenlernen unseres Ortes und seiner Sehenswürdigkeiten werden Sie nicht bereuen!

Detaillierte Auskünfte erhalten Sie auch über die Adresse:

Axel BELLMANN (Vorstand, 1. Vorsitzender),
Siedlung 9, D - 01744 Reichstädt
03504 /  61 44 30